„Wir müssen mehr Impfen, um den Betrieb aufrecht zu halten“

06.09.2021

Die Ergebnisse der aktuellen Betriebsumfrage zeigen, dass die Forderungen von Kunden zunehmen, nur vollständig geimpfte Handwerkerinnen und Handwerker in ihren Räumlichkeiten tätig werden zu lassen.


Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer appelliert im Gespräch mit Andreas Hoenig von der Deutschen Presseagentur (dpa): „Impfschutz ist Gesundheitsschutz und in diesen Zeiten besonders auch Arbeitsplatzschutz.“

„Die pandemische Atempause haben unsere Betriebe nutzen können, um wieder an Kraft zu gewinnen und sich eine gute Grundlage für eine weitere Erholung zu verschaffen. Diese zwischenzeitliche leichte Stabilisierung darf jetzt auf keinen Fall zunichte gemacht werden. Deshalb müssen wir mit allem Nachdruck beim Impfen weiter vorankommen, um die Arbeitsfähigkeit unserer Betriebe weiter aufrecht zu erhalten und den Forderungen unserer Kunden nachzukommen, die zunehmend nur vollständig geimpfte Handwerkerinnen und Handwerker in ihren Räumlichkeiten tätig werden lassen.

Weil der Corona-Impfstatus der Beschäftigten nicht bekannt ist und Kunden dadurch keine gesicherte Auskunft dazu gegeben werden kann, muss bereits jetzt fast jeder zehnte derart betroffene Betrieb Aufträge stornieren oder verschieben. Es kann nicht sein, dass die Unkenntnis über den Corona-Impfstatus zu einer spürbaren Gefährdung der Auftragslage unserer Betriebe führt.“

Impfen, um aus der Pandemie zu kommen

„Impfen ist das derzeit einzige Instrument, um aus dieser Pandemie zu kommen. Je mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geimpft sind, umso sicherer wird das Arbeiten im Betrieb. Die Erholung unserer Betriebe darf nicht aufs Spiel gesetzt werden, weil es wieder zu Ansteckungen unserer Beschäftigten in einem Umfang kommt, der die Arbeitsfähigkeit unserer Betriebe wegen kranker oder quarantänebedingt fehlender Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beeinträchtigt oder im schlimmsten Fall unmöglich macht. Daher appelliere ich nachdrücklich an alle bislang noch nicht geimpften Handwerkerinnen und Handwerker, sich impfen zu lassen: Mit der Impfung schützen Sie nicht nur sich selbst, sondern auch ihr berufliches und privates Umfeld. Impfschutz ist Gesundheitsschutz und in diesen Zeiten besonders auch Arbeitsplatzschutz.“

Lieferketten und Materialenpässe

„Die wirtschaftliche Erholung unserer Betriebe wird zunehmend durch wieder umfangreichere Störungen der Lieferketten und durch Materialengpässe belastet. Inzwischen müssen schon drei von vier Betrieben Aufträge stornieren oder verschieben oder machen wegen der Preisentwicklung Verlustgeschäfte. Besonders ärgerlich ist, dass die öffentliche Hand trotz aller Beteuerungen und Appelle bislang die Betriebe weitgehend im Regen stehen lässt. Knapp die Hälfte der Betriebe kann noch kein Entgegenkommen der öffentlichen Hand in der Vergabepraxis feststellen, bei Neuausschreibungen werden nur bei 10 Prozent Preisgleitklauseln angeboten und nur in 6 Prozent der Fälle Kostensteigerungen zumindest anteilig mitgetragen.

Besonders die kommunalen Auftraggeber sehen wir in der Pflicht, den betroffenen Betrieben in beiderseitigem Interesse bei solchen laufenden Verträgen entgegenzukommen, die wegen der Preisexplosion bei zahlreichen Materialien nicht mehr wirtschaftlich durchgeführt werden können. Bei öffentlichen Ausschreibungen müssen Preisgleitklauseln genutzt werden, die den Betrieben in einer Ausnahmesituation wie der aktuellen wirtschaftliche Planungssicherheit geben.“

Ausbildung als Chance für junge Menschen

„Unsere Betriebe wollen weiter ausbilden, daran hat Corona nichts geändert. Leider gibt es nicht genügend Bewerber, sodass unsere Betriebe nicht in dem Maße ausbilden können, wie sie es eigentlich wollen und wozu sie bereit sind. Fast die Hälfte aller Ausbildungsbetriebe haben bislang nicht alle Lehrstellen besetzen können, die sie jungen Menschen angeboten haben. Das sind tausende Chancen für junge Menschen, die brach liegen. Daher ermutige ich alle Jugendlichen, die sich bislang noch nicht für einen Beruf entschieden haben: Nutzt diese Chancen, kommt ins Handwerk und startet dort eine Ausbildung.“

Quelle: Opens external link in new windowZentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH)


 

 

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Achtung! Unseriöse Energieberater unterwegs!

Die Kreishandwerkerschaft Mülheim an der Ruhr-Oberhausen erklärt ausdrücklich, dass weder die Kreishandwerkerschaft noch Handwerks-Innung oder Handwerkskammer Berater beauftragt haben, bei Verbrauchern für eine Energieberatung zu werben, die dann auch in der Wohnung des Verbrauchers – ein Unding in Corona-Zeiten - stattfinden soll.

Es besteht insoweit der Verdacht, dass auf diesem Gebiet unseriöse Energieberater unterwegs sind.